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Samstag, 24. September 2011

198. Zum Abschluss ein harter Tag

Eintrag Nummer 198: Zum Abschluss ein harter Tag

Also dann.
Auf in meinen wohl vorerst letzten Pilgertag.
Knappe 30km sollens werden. Mein Pilgerfuehrer hat diese Etappe leider nicht beschrieben, weswegen ich in der Tourist-Info kurz reinschaue und 1 mit halb-leerer Tintenpatrone gedrucktes Din A4 Blatt, auf dem man nix erkennen kann, bekomme. Faengt ja gut an. Wenigstens den Startpunkt in Finisterre kann ich erkennen, dann muss ich mich wohl oder uebel heute an den Pfeilen und Muscheln entlang hangeln.

Schon nach kurzer Zeit faellt mir auf, dass ich hier so komplett allein auf der Strecke bin. Genau diese Atmosphaere sollte, laut Pilgerfuehrer, ja auf dem Weg nach Finisterre schon zu finden sein, allerdings ist auch dieser Weg im Endeffekt schon von zu vielen Pilgern bevoelkert. Doch heute bin ich allein. Und bis kurz vor meinem Ziel treff ich auch wirklich auf keinen einzigen Pilger, der in meine Richtung laeuft, nur eine Hand voll Pilger kommen mir entgegen.

Die Kaeffer sind heute, ausgenommen der Hunde, die sich zwar immer mal wieder bellend zu Worte melden, relativ schnell aber aufgeben, wenn man sie ignoriert, wie ausgestorben.
Am lautesten neben den mal wieder Spass am Jagen habenden Spaniern sind noch die bloeckenden Esel, manchmal allerdings vermischen sich diese eher tristen Situationen mit Kindern, die "Senior! Hola! Senior!" rufen und dann kichernd wieder in der Haustuer verschwinden. Ich glaube, wenn solche Kinder (2 suesse Maedels in dem Fall) noch existieren, sie die Pilger wie etwas "Besonderes" behandeln, indem sie ueber sie lachen, ist es wirklich noch kein touristisch integrierter Pilgerweg.







Nach und nach merk ich aber schon, dass der Tag heute hart zu werden scheint. Ich komme heut nur sehr langsam voran, das merk ich nicht nur an den Doerfern, die lediglich in Zeitlupe vorbei zu ziehen scheinen, sondern auch anhand der schlurfenden Beine. So ganz ohne Mitpilger fehlt irgendwie auch irgendetwas.

Ich lenk mich ein wenig ab, denke ueber einen moeglichen Sinn der Steinhaufen auf den Wegweisern nach, komme aber nicht wirklich zu einem Ergebnis.
Kennt den Sinn irgendjemand?

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