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Montag, 19. September 2011

144. Tag 1 nach Ankunft in Santiago: Sammelsurium III (13.09.2011)

Eintrag Nummer 144: Sammelsurium III

Wieder mal ein Haufen unzusammenhaengender Beobachtungen und Gedanken, die ich hier in Spanien gemacht habe:

- Der Job der Strassenkehrer hat hier ein ganz anderes Anforderungsprofil als in Deutschland! Hauptsaechlich wird hier wohl an jedem Tag frueh mit nem Wasserschlauch der Dreck in die Mitte der Strasse gespritzt, da wirds dann von nem Fahrzeug eingesammtl. Wenn man von der Wasserverschwendung absieht, ists sicher ne gute Idee, die nassen Wege sind ja 15 Minuten spaeter wieder absolut getrocknet von Sonne und Wind. Nen Besen hab ich hier in Spanien aber so gut wie noch nie gesehen!

- In mehreren Hotels neben der Kathedrale gibts fuer meistens 10 Pilger pro Tag kostenloses Essen. Ist wohl Tradition seit langer Zeit. Hatte ich schon gelesen, nun wurde es mir vor Ort bestaetigt. Waer zwar eindeutig was fuer einen Sparfuchs wie mich, da ich aber ein Essen, das ja hoechstwahrscheinlich aus irgendeinem Fisch oder Haehnchenzeug, nicht essen koennte, aber auch nicht die Gastfreundschaft dadurch strapazieren will, bleib ich dem Treiben lieber fern.

- Scheinbar kostet ne SMS mit D1 nach Hause ca. 90 Cent. Empfangen von SMS kostet nix. Davon reichlich Gebrauch hab ich aber nicht gemacht. Einmal am Tag das Handy fuer 5 Minuten an haben, abwarten, ob jemand ne SMS geschrieben hat, dann wieder aus machen. Das wars. Und der Akku ist nach knapp ueber 2 Wochen ohne Aufladen immer noch auf annaehernd 100 %. Mitschleppen des Ladekabels ueber 350 Kilometer: Fail!

- Heutige Unterhaltung mit einem Daenen, als wir gemeinsamen vor der Kathedrale sitzen. Ploetzlich: Blatsch! Scheisst ihm doch wirklich ne Taube so richtig fett auf den Hut! :D .. Sehr lustige Situation. Er meinte uebrigens, dass er Kap Finisterre nicht sehen braucht, fuer ihn sei Daenemark selbst das Ende der Welt.

- Aus Beobachtungen von Rathaus-Mitarbeitern und Politikern (In der Naehe der Kathedrale ist das Rathaus, ich kam gerade dran vorbei, als ein Wegen rasant angefahren kam und mehrere Krawattentypen aus dem Auto ins Haus sprinteten. Einer davon war vermutlich Bodyguard, die anderen .. Politiker?), Kids in und ohne Schuluniform (und deren Eltern), Polizisten im Umgang mit Bettlern und alten Leuten und aehnlichen Kleinigkeiten wage ich zu folgern: Spanien hat prozentual eine viel groessere Unterschicht als Deutschland! Vermutlich eher an Amerikas Werten orientiert. Viele Reiche, 100x mal mehr Arme, wenig Mittelschicht. Hm.

- Die offizielle Bezeichnung fuer Pellegrinos (spanisch fuer "Pilger", falls ich das noch nicht erklaert hab), die nur die letzten 100 Kilometer laufen, sich Rucksack tragen lassen und weitere Erleichterungen wahr nehmen: Tourigrinos

- Anfangs wollt ich es nicht wahr haben, als man es mir erzaehlte, jetzt hab ichs aber mit eigenen Augen gesehen: 2 Einbeinige sind gestern in Santiago angekommen und scheinbar zumindest Teile des Jakobswegs "gelaufen" (mit Kruecken natuerlich). Ich seh zwar keine Chance, dass sie ueber die normalen Pfade der Pilger kommen, aber grundsaetzlich ist es wohl moeglich, auf den Strecken der Radpilger, die ja teilweise auf normalen Strassen unterwegs sind, zu laufen. Wie kommt man auf so eine Idee? Wie stark muss man "glauben", um so etwas zu versuchen - und auch zu schaffen? Ja, es gibt hier unglaubliche Geschichten!

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