Tipps für Vorsätze gesucht?
"Apropos soziale Beziehungen: Gerade die sind für den Präsidenten der Deutschen Hirnstiftung echtes
„Gehirnjogging“: „Wir haben Spiegelneuronen, die aktiv werden, wenn wir
uns mit anderen Menschen beschäftigen. Wir können uns deshalb in andere
hineinversetzen und auch deren Gefühle nachempfinden. Diese
Empathiefähigkeit zu nutzen, täte auch den aufgeregten
gesellschaftlichen Diskussionen gut“, erklärt der Neurologe und Psychologe. „Der Austausch mit anderen, gerade auch Diskussionen und Kontroversen
sind Hochleistungssport für das Gehirn – fällt das weg, sinkt die
Leistungsfähigkeit. Nicht umsonst ist soziale Isolation ein Risikofaktor
für Demenz.“
Kritisch sieht Erbguth in diesem Zusammenhang, dass die sozialen Medien heute allgegenwärtig sind. „Durch Algorithmen bewegen wir uns nur noch in Blasen, werden von anderen Meinungen abgeschirmt, erfahren stattdessen Verstärkung und Bestätigung der eigenen Positionen – ein Umfeld, das geistige Aktivität im Keim erstickt.“ Wir bräuchten hingegen Stimulation, um unsere Denkbeweglichkeit aufrechtzuerhalten, sagt Erbguth. „Mein persönlicher Vorsatz ist daher, im kommenden Jahr einfach öfter mal das Handy wegzulegen und stattdessen wieder mehr Zeit in ‚analoge‘ Beziehungen zu investieren, auch mal mit herausfordernden Gesprächspartnern.“"