Eintrag Nummer 40: Der eigene Rhythmus
So verlasse ich nach ein paar Kilometern und den letzten Sehenswuerdigkeiten nun also meine Startstadt. Leon hat allgemein wirklich wunderbare Ecken. Doch das wahre Gesicht sieht man wohl eher in den Vorstaedten.
Mein Pilgerfuehrer erzaehlt, dass die Bluetezeit von Leon und die Bluetezeit der Pilgerschaft zusammen faellt. Es ist also schon lange her.
Heute, bei bis zu 40 % Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, gibt es schon Ecken, an denen Du nicht zu jeder Tageszeit sein willst. Als "modernes Industrieland" wurde es mir betitelt, noch bin ich hiervon absolut nicht ueberzuegt.
Im Vergleich mit den anderen Pilgern geh ich wohl gerade ein ziemlich hohes Tempo. An mehreren zieh ich einfach vorbei. Dabei hab ich es eigentlich gar nicht darauf abgesehen, vor doer hinter wem zu laufen. Dies ist einfach irgendwie ein passender Rhythmus fuer mich, langsamer waere fast schon stoerend.
Im Flugzeug hab ich beim Mithoeren mitbekommen, dass die Deutschen, neben den Spaniern selbst, die groesste Gruppe an Pilgern stellt. Hab ich eigentlich sofort geglaubt. Nicht nur durch Hape, es gibt ja deutchlich mehr gut verkaufte Buecher ueber den Jakobsweg in Deutschland. Und viele Jakobsgesellschaften. Und und und. Doch noch bin ich keinem einzigen Deutschen begegnet. Abwarten.
Nach knapp 7,9 Kilometern erreiche ich mein erstes Teilziel des Tages: Virgen del Camino - und bin ueberrascht, wie gut ich da vorangekommen bin.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen