Sonntag, 8. Februar 2026

Sonntag ist Songtag - 08.02.2026 - Dresta - Helden - [#344]

Sonntag ist Songtag! 

2 Songs, von einem meiner Lieblingsrappern :) 

Der erste Song ist den Stützen und damit den wichtigsten Menschen aller Länder und Gesellschaften gewidmet. Egal ob sie im Ehrenamt oder beruflich in der Obdachlosenhilfe, in den Tafeln, der Hospizarbeit, der Senioren- oder Kinderbetreuung, der Nachbarschafts- und Flüchtlingshilfe arbeiten, ob sie Lesepatinnen, Hausaufgabenhilfe, Betreuerinnen bei Freizeiten, Kita- oder Schulunterstützerinnen, Trainerinnen oder Übungsleiterinnen im (Sport-)Verein sind, Museumsführerinnen oder Naturschutzprojekthelferinnen, Tierschutz- oder Tierheimunterstützerinnen, bei der freiwilligen Feuerwehr, dem THW, dem Sanitätsdienst, der Wasserwacht, dem Gemeinderat, der Seelsorge sind oder Wahlhelferinnen, Schöffinnen, im Denkmalschutz oder anderweitigen Betreuung, für die Blut- oder Organspenderinnen, den Wissenschaftlerinnen, Forscherinnen, Medizinerinnen, Organisatorinnen, denjenigen, die Menschen an einen Tisch zusammen bringen, den Demokratinnen. Der Song ist für die Alleinerziehenden in unserer Mitte, die, die ihr Leben und ihr Glück unter das Leben, das Glück und die Erziehung ihrer Kinder stellen, die Menschen, die pflegen, die, die sich um ihre Familien, Freunde, Nachbarn und andere Menschen aller Couleur kümmern, aktiv helfen. Für die Lehrer-, Erzieher- und Ärztinnen, die Arbeitnehmervertreterinnen, diejenigen, die ihre Zivilcourage durch aktiven und sozialen Beitrag zeigen, sich selbstlos für andere einsetzen, diejenigen, die Verantwortung übernehmen und sich angreifbar machen. Für die, die mit sich selbst kämpfen, aber trotzdem mit Mitgefühl, Entschlossenheit, Angst und Mut durch ihr Handeln und durch ihre Worte das Leben anderer verbessern. 

Natürlich sind auch alle anderen Geschlechter gemeint. 
Sicherlich hab ich auch Aufgabengebiete vergessen. 
Wenn Du Dich in der Aufzählung hier nicht findest, bist allerdings Du nicht gemeint. 

Denk drüber nach! 

Dresta - Helden



PS: 



Und obwohls gar nicht reinpasst:


Samstag, 7. Februar 2026

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 Hi!

„Ah, der Herr Gommel. Schöne Fotos macht er!“, grüßte mich 2016 ein stämmiger Nazi, der zwischen Deutschlandflaggen auf einer Pegida-Demo in Karlsruhe marschierte, die ich mit der Kamera festhielt. Erschrocken fühlte ich einen Schauer, der mir durch die Knochen fuhr. Von so einem Typen erkannt zu werden? Das war mehr als unangenehm.

Diese Begegnung kam allerdings nicht von ungefähr. Ein Jahr zuvor hatte ich begonnen, Geflüchtete vor der Erstaufnahmestelle in Karlsruhe zu interviewen. Mich interessierte, wie es ihnen auf der Flucht ergangen war und was sie veranlasst hatte, diese anzutreten. Ich machte jeweils ein Porträt und veröffentlichte es zusammen mit einem kleinen Text im Netz. Die Serie nannte ich „Willkommen in Deutschland“.

Das traf in rechten Kreisen auf empfindliche Nerven. Ich bekam wütende Nachrichten und eine Drohung, bei der sich der Staatsschutz einschaltete. Auf einer Liste, auf der Rechte unliebsame Politiker und Aktivisten festhielten, fand ich meinen Namen. Also zupfte ich ihn zu Hause vom Klingelschild und beantragte eine Auskunftssperre beim Meldeamt, damit niemand meine Adresse ausfindig machen konnte.

Ich tat alles, um mich zu schützen und nicht gefunden zu werden. Trotzdem identifizierte mich bei der Pegida-Demo ein Rechter auf offener Straße. Wie sicher war ich wirklich? Diese Frage hielt mich jedoch nicht davon ab, weiterzumachen. Mit Bus und Mitfahrgelegenheit reiste ich nach Lesbos, die griechische Insel, zu der tausende Geflüchtete mit Schlauchbooten übersetzten.

Auch dort hieß ich die Menschen willkommen, dieses Mal in Europa. Ich machte Bilder und schrieb über bewegende Momente. Besonders traf mich die Trauer, als ich erfuhr, dass einige Kinder auf der Überfahrt ertrunken waren.

Später dokumentierte ich die Situation an der griechisch-mazedonischen Grenze, wo 12.000 Geflüchtete verweilten, da Mazedonien die Grenze geschlossen hatte. Im Kosovo schaute ich mir an, wie arme Familien kaum überleben konnten. Ihre Söhne, die nach Deutschland flohen, wurden von Rechten als „Wirtschaftsflüchtlinge“ beschimpft.

Bei allem, was ich tat, spürte ich diese seltsame Angst, etwas zu tun, das mein Leben gefährden könnte. Doch gleichzeitig brannte etwas in mir für diese Mission. Ich wollte die Gesichter und Geschichten derer zeigen, die nach Europa flohen. Menschen, die von Rechten als fremdartig, seltsam und gefährlich gesehen wurden.

Heute denke ich manchmal zurück an jene Szene auf der Pegida-Demo. In meiner Wunschvorstellung habe ich dem Nazi den Mittelfinger gezeigt. Doch es war nicht entscheidend, in diesem Moment heldenhaft zu reagieren. Entscheidend war, dass ich mich von Nazis nicht davon abhalten ließ, das zu tun, was ich für richtig hielt.

Dienstag, 3. Februar 2026

"Die vier reichsten Milliardäre der Welt sind in 2026 schon um 100 Milliarden Dollar reicher geworden"

 Artikel: Die Vermögensentwicklung der Reichsten im Jahre 2026

"Elon Musk, Larry Page, Sergey Brin und Jeff Bezos sind in diesem Jahr bereits um 100 Milliarden Dollar (rund 85 Milliarden Euro) reicher geworden."

Zur Erinnerung: Das Jahr war 27 Tage alt, als der Artikel raus kam. 
Pro Tag pro Person ist das Vermögen also um knapp 1.000.000.000 Dollar gestiegen. 


Und es gibt immer noch Menschen, die denken, es seien Teilzeitarbeiter, Arbeitslose oder Flüchtlinge, die uns unseren Wohlstand wegnehmen.

Montag, 2. Februar 2026

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 Hi!

Neulich war ich eine Woche lang komplett offline. Ich mache das jedes Jahr im Sommer. Vorher sage ich allen Menschen, die sich Sorgen machen könnten, dass ich bis zum nächsten Sonntag nicht ansprechbar sein werde. Für mich ist es die beste Zeit des Jahres. Jedes Mal. Wenn ich zurückkomme und zu erklären versuche, warum dieser Rückzug mir so guttut, fühle ich mich aber wie ein totaler Weirdo.

Zehnmal besser als richtig gut schlafen

Ich habe den Verdacht, dass andere Menschen meine Offline-Zeit gar nicht komisch finden. Es liegt an mir. Irgendwie bereitet diese Zeit mir leichte Schuldgefühle, wie wenn man sich auf einer Party zu lang ins Bad verzieht, weil einfach alles zu laut und zu voll ist. Und wenn man rauskommt, steht da René, mit dem du Abi gemacht und den du seit zwanzig Jahren nicht gesehen hast. René stellt Fragen wie „Was würdest du jetzt tun, wenn du keine Angst hättest?“, und du weißt nicht, ob das eine wirklich interessante existenzielle Frage ist, oder ob René einfach rummachen möchte. Und du wünschtest, du wärst noch etwas länger im Bad geblieben.

Tatsache ist, ich tanke auf, wenn ich nicht kommuniziere. Nach meiner Offline-Woche fühle ich mich wie nach einem langen, erholsamen Schlaf, nur zehnmal so gut. Jedes Mal frage ich mich hinterher, warum ich es nicht hinkriege, im Alltag weniger zu reden. Okay, ich habe einen extrem kommunikativen Beruf. Aber daran allein liegt es nicht. Ich schaffe es einfach nicht, schweigend an einem Tisch mit anderen Menschen zu sitzen. Ich fühle mich selbst dann verpflichtet, Audionachrichten abzuhören und Textnachrichten zu verschicken, wenn gerade niemand etwas von mir will. Mein Handy länger als zwei Stunden im Flugzeug-Modus zu lassen, kommt mir asozial vor.
Warnmeldungen und Mode? Brauche ich!

Es ist natürlich leicht, Handys, Sozialen Medien und dergleichen die Schuld daran zu geben, dass Schweigen im Alltag so schwierig ist. Aber dank ihnen fühlt sich die Welt wie ein gewaltiger Konferenzraum, in dem Milliarden Menschen ständig miteinander reden. Und es wäre unhöflich bis fahrlässig, diese Gespräche zu verpassen. Was, wenn jemand etwas Wichtiges sagt? Oder etwas Lustiges? Was, wenn ich genau dann offline bin, wenn die Bundesregierung eine Katastrophenwarnung versendet?


Außerhalb meiner sommerlichen Rückzugszeit fällt es mir sehr schwer, diesen Raum auch nur einen Tag lang zu verlassen. Obwohl ich genau weiß, dass mir an den meisten Tagen niemand eine Katastrophenwarnung schicken wird. Sondern eher Insta-Videos wie dieses von einem jungen Mann, der sich täglich im Regency-Stil vom Anfang des 19. Jahrhunderts kleidet.

Aber schulde ich es der Welt nicht, das zu sehen? 

Sonntag, 1. Februar 2026

All your favorite bands!

 


Sonntag ist Songtag - 01.02.2026 - Bruce Springsteen - Streets of Minneapolis - [#343]

Sonntag ist Songtag!


Wenn der Boss gegen den selbsternannten König schießt, bin ich natürlich beim Boss!

Willkommen im Songtag:
Bruce Springsteen – Streets of Minneapolis 



Wer das Ganze noch einordnen will:

Bruce Springsteen releases new protest song after fatal Minneapolis shootings




"Oh, unser Minneapolis, ich höre deine Stimme
durch den blutigen Nebel singen.
Hier in unserer Heimat haben sie getötet und gewütet
Im Winter des Jahres 26.
Wir werden für dieses Land einstehen!
Und für die Fremden in unserer Mitte!
Wir werden uns an die Namen derer erinnern, die gestorben sind,
auf den Straßen von Minneapolis.

Trumps Schlägertruppe schlug auf ihn ein,
auf sein Gesicht und seine Brust.
Dann hörten wir die Schüsse
und Alex Pretti lag tot im Schnee.
Sie behaupten, es "sei Notwehr gewesen, Sir,
glauben Sie bloß nicht Ihren Augen!"
Es sind unser Blut und unsere Knochen
und Trillerpfeifen und Telefonanrufe
gegen Millers und Noems schmutzige Lügen!"

Jetzt sagen sie, sie seien hier, um das Gesetz durchzusetzen,
aber sie treten unsere Rechte mit Füßen.
Wenn deine Haut schwarz oder braun ist, mein Freund,
kannst Du sofort befragt oder abgeschoben werden.
In unseren Sprechchören „ICE raus jetzt“
bleibt das Herz und die Seele unserer Stadt bestehen.
Durch zerbrochenes Glas und blutige Tränen
auf den Straßen von Minneapolis."




Freitag, 30. Januar 2026

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Hi!

Wie weird ist es eigentlich, krank zu sein? Ich meine, wenn man nichts Schlimmes hat, sondern so etwas wie eine dicke Erkältung. Zu sehr durch den Wind, um mehr als drei Seiten in einem Buch zu lesen, aber fit genug, um sich zu langweilen. Du starrst mit dickem Kopf vor dich hin und zählst die Knubbel der Raufasertapete an der Wand.

So sehr mich dieser Zustand nervt, wenn ich tatsächlich krank bin, so sehr sehne ich mich manchmal danach, wenn ich gesund bin. Schlimm, ich weiß. Aber Kranksein ist das einzige, was meinen Drang, etwas leisten zu müssen, einigermaßen abstellt.

Einfach nur Freizeit ohne Kranksein bringt diese Erlösung nicht zustande. Am Wochenende etwa habe ich das Gefühl, dass ich diese Zeit sinnvoll nutzen muss. Aber wenn mit Fieber im Bett liege, kann ich mich entspannen.

Meistens geht dem ein Kampf voraus, bei dem ich so tue, als wäre ich gar nicht krank. Aber irgendwann sagt mein Körper mir streng: „Jetzt ist Schluss. Ab ins Bett!“
Wie früher unter der Decke

Manchmal, wenn ich Glück habe, passiert dann etwas Wunderbares. Krank fühle ich mich wieder ein bisschen wie ein Kind. Irgendwie aufgehoben unter der Bettdecke, statt auf einen Bildschirm zu starren, lese ich ein Buch aus Papier, döse dabei immer wieder weg. Meine Bedürfnisse sind auf einmal viel einfacher. Jemand bringt mir einen Tee, und es fühlt sich an wie ein Geschenk.

Offenbar kennen das auch andere. Jemand schrieb mir auf Social Media:

„Manchmal freue ich mich richtig, wenn einer von uns krank wird: Dann kann man ganz ohne schlechtes Gewissen alle To Dos streichen und in den ‚erst mal gesund werden‘ – Modus stellen. Schon traurig, eigentlich.“ 

Interessant finde ich auch, was ein User auf Reddit schreibt (Übersetzung aus dem Englischen von mir):

„Krank sein weckt bei mir eine seltsame Nostalgie: Plötzlich macht es Freude, Filme zu schauen oder Spiele zu spielen – Dinge, die sonst belanglos wirken. Alles fühlt sich dann zehnmal intensiver an als im Alltag.“

Und ein anderer kommentiert darauf:

„Ich habe ziemlich viele gesundheitliche Probleme, deswegen bewege ich mich im Alltag oft am Limit. Ich fühle mich schuldig und gestresst, weil ich nicht so viel leisten kann. Sobald ich jedoch eindeutig krank bin, fällt dieser Druck ab. Dann kann ich mich entspannen und Dinge genießen, die ich mir sonst kaum erlaube.“

Dass selbst chronisch Kranke nur dann zur Ruhe kommen, wenn sie  „eindeutig krank“ sind, sagt viel über unseren Umgang mit Leistung aus.

Es muss doch möglich sein, diese Art Entspannung hinzukriegen, wenn man nicht gerade mit 38,5 Grad Körpertemperatur darniederliegt?

Denn mal ehrlich, Kranksein ist doch eigentlich Mist. 

Donnerstag, 29. Januar 2026

7 lessons from 6 years of Minimalism"

Happiness dont come from the store. 
The stuff you become from the gym is way better that the stuff you become from store.